Neurologische Erkrankungen stark im Steigen
Oft ist es ein plötzlicher Schwindel, mit einer Störung des Sprechens, einer
Lähmung des Armes oder einer Gefühlsstörung einer Körperhälfte verbunden. Zeit,
sofort zu handeln: Der Patient könnte einen Schlaganfall erlitten haben und
muss umgehend ins Krankenhaus. Nur bei einer rechtzeitigen Behandlung können
die gefürchteten Spätfolgen verhindert werden. Es geht im wahrsten Sinn des
Wortes um Minuten.
Der Schlaganfall ist sicher die bekannteste neurologische Erkrankung. In der
Altersgruppe der über 50-Jährigen ist der Schlaganfall die Todesursache Nummer
zwei und der häufigste Grund für schwere Behinderungen. Auslöser für den
Schlaganfall ist ein plötzlicher Gefäßverschluss oder eine Blutung im Gehirn.
Zu den häufigsten Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Diabetes mellitus,
Rauchen und erhöhte Blutfettwerte.
Mehr als Schlaganfall
Die Neurologie behandelt aber nicht nur Schlaganfallpatienten. Vielmehr gehören
zur Neurologie alle Störungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Nerven und der
Muskulatur. Dazu zählen Erkrankungen wie Schlafstörungen, Schwindel, Parkinson
oder andere Bewegungsstörungen, Gedächtnisstörungen, insbesondere Alzheimer und
andere Demenzerkrankungen, Anfallsleiden wie Epilepsie, Schmerzen, vor allem
Kopf- und Rückenschmerzen, sowie Entzündungen wie multiple Sklerose oder
Gehirnhautentzündungen. Bis 2010 wird mit einem Anstieg der neurologischen
Erkrankungen in Wien um 54 Prozent gerechnet. Der Grund dafür liegt vor allem
in der höheren Lebenserwartung. Dementsprechend steigt der Bedarf an
lückenloser Betreuung neurologischer Patienten. Diese reicht von der Betreuung
in der Akutphase über die Nachbehandlung und Neuro-Rehabilitation bis hin zur
ambulanten Nachbetreuung.
Behandlung ist möglich
Durch die neuen medizinischen Erkenntnisse entwickelte sich die Neurologie in
den letzten Jahren von einem rein diagnostischen zu einem therapeutischen Fach.
Zahlreiche neue Therapieansätze und Möglichkeiten haben dazu geführt, dass
Menschen mit neurologischen Erkrankungen nicht mehr als unheilbar krank
angesehen werden, sondern immer häufiger wirksam behandelt werden können. Von
der spezifischen Therapie nach Schlaganfällen über neue Medikamente in der
Parkinson-, Demenz- und Schmerztherapie bis hin zu neuen Therapiestrategien in
der neurologischen Rehabilitation reicht das Repertoire des klinischen
Neurologen.
Betreuung nach dem Spital
Gerade neurologische Erkrankungen haben oft einen sehr langen
Heilungsprozess. Meist sind auch besondere rehabilitative Maßnahmen
erforderlich. Wir betreuen daher unsere Patienten entweder ambulant weiter oder
sorgen für die Aufnahme in einer teilstationären oder tagesklinischen
Rehabilitationseinrichtung.
|