Epilepsie im Alter - eine medizinische Herausforderung

Epilepsie - das Anfallsleiden - gehört zu den häufigsten chronischen neurologischen Erkrankungen. Sie kann behandelt und auch geheilt werden, bei richtiger Therapie können bis zu 70 % der an Epilepsie leidenden Patientinnen und Patienten anfallsfrei werden.

Beim Epilepsiekranken entladen sich - einem Gewitter oder Kurzschluss ähnlich - viele Nervenzellen gleichzeitig. Immer wieder auftretende epileptische Anfälle führen zu einer lang anhaltenden Veränderung des Gehirns.

Die Erscheinungsform eines Anfalles unterscheidet sich je nach den gereizten Gehirngebieten. Immer aber tritt er plötzlich auf und wiederholt sich in unterschiedlichen zeitlichen Abständen. Viele glauben irrtümlich, ein Anfall ist ausschließlich von Krämpfen begleitet: Er kann aber auch nur mit einer Bewusstseinsstörung und Verhaltensautomatismen verbunden sein, vielfach wird dieser Zustand als Verwirrtheit fehl gedeutet. Derartige Automatismen können Schmatzbewegungen der Lippen sein, andauerndes Nesteln an der Kleidung oder der Betroffene starrt einfach ins Leere. Ein guter Hinweis für Epilepsie ist, dass der Betroffene sich an nichts erinnern kann.

Genau das ist bei älteren Menschen sehr problematisch. Häufig wird Epilepsie gar nicht als solche erkannt, da ältere Patientinnen und Patienten oftmals in ihrem Haushalt alleine leben und niemand von den Symptomen berichten kann. Zudem werden bei älteren Patientinnen und Patienten derartige Abwesenheitszustände meist gar nicht als Epilepsie ausgelegt. „Die Patientin ist heute aber etwas verwirrt“, hört man da. Aber es muss nicht immer eine Alzheimer-Demenz sein, nicht eine Verwirrtheit als unumgängliches Problem des alternden Gehirns – es kann auch  Epilepsie sein, die man medikamentös erfolgreich behandeln kann.

Die Diagnose

Um die Diagnose einer Altersepilepsie stellen zu können, wird eine Langzeit-EEG-Ableitung mit simultaner Videoregistrierung eingesetzt. Während des Anfalles wird das klinische Muster aufgezeichnet. So kann der Anfall klassifiziert  und daran die Therapie ausgerichtet werden.

Unbedingt zu behandeln

In der Literatur wird berichtet, dass 25 % der neu auftretenden Epilepsien ältere Menschen betreffen. Auch wir konnten an unserer neurologischen Abteilung feststellen, dass sehr viele ältere Patientinnen und Patienten unter Epilepsie leiden. Auch beim älteren Menschen muss Epilepsie unbedingt erkannt und behandelt werden, da jeder Anfall im Gehirn deutliche Spuren hinterlässt, wie zum Beispiel lang anhaltende Benommenheit bis hin zur Bettlägerigkeit oder auch Störungen des Gedächtnisses, so dass der Betroffene möglicherweise seine Selbständigkeit verliert. Aufgrund der zunehmenden Lebenserwartung wird Altersepilepsie zu einer medizinischen Herausforderung.

Spezialambulanz Epilepsie
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