Embolisation

Was bedeutet Embolisation?

Die therapeutische Embolisation ist der Verschluss von Blutgefäßen (Arterien) durch künstliche Materialien wie z.B. kleine Metallspiralen oder Kunststoffkügelchen ("Partikel"). Diese werden vom Interventionellen Radiologen in speziellen OP-Räumen, sogenannten Angiographie-Suiten, unter Röntgen-Durchleuchtung kontrolliert, exakt in die gewünschte Position gebracht, um z.B. ein Tumorgefäß zu verschließen.

Wie läuft eine Tumorembolisation ab?

Die Behandlung, auch Intervention genannt, erfordert zumeist keine Narkose. Unter lokaler Anästhesie ("Vereisung") wird durch die Schlagader im Leistenbereich (wie bei einer Herzkatheteruntersuchung) ein Katheter eingebracht und das Zielgefäß, bei der Tumorembolisation in der Regel eine Leberarterie, unter Röntgen-Durchleuchtung mit einer dünnen Sonde (Katheter) gezielt sondiert. Über noch kleinere Katheter (Mikrokatheter) werden dann die kleinen, den Tumor versorgenden Gefäße erreicht.
Zur Embolisation von Tumoren werden heutzutage zumeist sogenannte Partikel verwendet. Partikel sind kleinste kugelförmige Kunststoffteilchen, ihr Durchmesser ist deutlich kleiner als 1mm, bei Tumorbehandlungen zumeist 0,1-0,5mm. Diese kleinen Partikel führen zu einem Verschluss der kleinen Gefäße, welche den Tumor versorgen. Durch diesen Verschluss der Blutzufuhr wird der Tumor nicht mehr oder deutlich geringer durchblutet und sozusagen "ausgehungert".

Was bedeutet Chemoembolisation?

Bei der transarteriellen Chemoembolisation (TACE) wird zum Embolisat ein Chemotherapeutikum gemischt. Ziel dieser Behandlung ist, dass so nicht nur die Tumorgefäße verschlossen werden, sondern auch das Chemotherapeutikum lokal, das heißt direkt im Tumor, wirken kann. Durch diese lokale Wirkung werden die gesunden Teile der Leber nicht geschädigt und die Nebenwirkungen der Chemotherapie sind für die Patientinnen und Patienten deutlich geringer.

Im Falle der Chemoembolisation mit Partikel werden die Partikel mit dem individuell auf den Patienten und den Tumor dosierten Chemotherapeutikum beladen. Dies ermöglicht eine auf den Patienten und den Tumor abgestimmte und exakt dosierte Therapie.

Welche Tumore eignen sich besonders für das Verfahren der Chemoembolisation?

Für die Chemoembolisation eignen sich besonders Tumore der Leber, vor allem das Leberkarzinom (hepatocelluläres Carcinom, HCC) bzw. auch Lebermetastasen.