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„Vom Gefühl leiten lassen“

Menschen
Patientenservice

Als neue Ehrenamtskoordinatorin der Palliativstation St. Raphael, die älteste Palliativstation in Österreich, koordiniert Barbara Dundjerski 26 Ehrenamtliche Mitarbeiter*innen. Im Interview erzählt sie, welche Voraussetzungen nötig sind, welche Aufgaben ihr Team übernimmt und warum sie sich für diesen Job interessiert hat.

Was bedeutet es, auf einer Palliativstation zu arbeiten? Welche Voraussetzungen muss man mitbringen?

Als Ehrenamtliche*r Mitarbeiter*in in einem Hospiz oder auf einer Palliativstation muss man in Österreich den Kurs „Befähigung zur Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung“ absolvieren. Zu den 80 Unterrichtseinheiten gehören auch 40 Stunden Praktikum. Zusätzlich sind Persönlichkeitsaspekte von Vorteil: Man sollte reflektiert, unvoreingenommen und empathisch sein und sollte sich aufrichtig mit dem Thema Tod und Krankheit auseinandersetzen. Eine gewisse Stabilität und mentale Stärke ist im Alltag mit sterbenden Menschen ebenfalls wichtig.

Welche Menschen engagieren sich ehrenamtlich?

Mein Team ist bunt gemischt: von der Studentin bis zu älteren Menschen. Die meisten haben als Angehörige Erfahrungen auf einer Palliativstation gemacht und waren von der Arbeit der Ehrenamtlichen so begeistert, dass sie etwas zurückgeben möchten.

Welche Aufgaben übernehmen Ehrenamtliche auf der Palliativstation?

Auf unserer Palliativstation ist das Aufgabengebiet sehr breit: Essenslisten schreiben sowie teilweise Essen vorbereiten und zum Bett bringen, Gesellschaft leisten, mit Angehörigen sprechen oder Sitzwache halten, wenn ein*e Patient*in während des Sterbeprozesses unruhig ist. Oft sind es aber auch nur Kleinigkeiten, die im Moment wichtig sind. Möglich ist auch die Mithilfe bei der Körperpflege, wenn Ehrenamtliche*r, Pflegekraft und Patient*in einverstanden sind.

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„Die Palliativstation St. Raphael ist wie eine Familie.“

Babsi Dundjerski

Ehrenamtskoordinatorin Palliativstation

Wie weiß man, welches Ehrenamt zu einem passt? Was macht das Arbeiten auf der Palliativstation St. Raphael aus?

Man sollte sich vom eigenen Gefühl leiten lassen. Manche Menschen arbeiten gerne mit älteren Menschen, andere können mit Kindern besser umgehen. Auf der Palliativstation St Raphael ist das Ehrenamts-Team wie eine Familie. Man ist sich sehr nahe und betreut die Patient*innen sehr persönlich. Man erlebt hier nicht -wie man es sich vielleicht vorstellt- ausschließlich ernste Situationen, sondern es gibt viele Momente, die einen zum Lachen bringen. Man macht Erfahrungen, die nicht alltäglich sind und besinnt sich wieder auf die Wichtigkeit von Kleinigkeiten, auch im eigenen Leben. Zudem bietet das Göttlicher Heiland Krankenhaus Benefits an: Es gibt einen Ehrenamtsausflug, die Ehrenamtlichen sind zu Weihnachtsfeier und Sommerfest eingeladen, zweimal jährlich gibt es ein Teammeeting und alle zwei Monate Supervisionen.

Wie kamen Sie zur Tätigkeit als Koordinatorin auf der Palliativstation St. Raphael?

Ich bin Lebens- und Sozialberaterin und habe als Angehörige Erfahrungen mit dem Sterben auf einer Palliativstation gemacht. Dadurch habe ich mich intensiv mit den Themen Lebensende und Tod auseinandergesetzt. Über das Jobinserat bin ich mehr oder weniger gestolpert. Mit Berufserfahrung als Empfangsleiterin in einem Schmerzzentrum und meiner Ausbildung im Sozialbereich konnte ich überzeugen und habe den Kurs für Ehrenamtliche zur „Befähigung zur Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung“ dann gleich absolviert. Neben der Dienstplanung bin ich die erste Ansprechperson für mein Team, organisiere Team-Meetings, Supervisionen und das Onboarding von neuen Ehrenamtlichen. Ich erkundige mich auf der Station, ob Unterstützung benötigt wird. Für mich persönlich ist es ein Geschenk, Menschen in dieser vulnerablen Situation zu begleiten. Das ist etwas ganz Besonderes.

Interesse an Ehrenamtlicher Mitarbeit?

Kontakt: Babsi Dundjerski

Bitte Bestätigung des absolvierten Kurses mitschicken und eventuell ein paar Zeilen als Motivationsschreiben.

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